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Abmahnungen: Eintrittskarten

Verbraucher die eine Abmahnung wegen einer Ticketveräußerung im Internet erhalten haben können sich wehren.Die Abmahnung kann unberechtigt, die geforderten Gebühren überhöht sein. In einer schwierigen Rechtslage ist anwaltliche Hilfe unerlässlich. Wir beraten und vertreten Verbraucher in Abmahnfällen gerichtlich und außergerichtlich.

Ticket-Abmahnung abwehren

Verteidigung gegen Ticket-Abmahnungen

Fußballvereine und Konzertveranstalter mahnen vermehrt Käufer von Eintrittskarten wegen der Veräußerung von Tickets auf öffentlichen Verkaufsplattformen im Internet ab. Die Abmahnungen sind rechtlich zweifelhaft, die geforderten Gebühren oftmals überhöht. Wir helfen Verbrauchern bei der Abwehr von Ticket-Abmahnungen.

AGB der Veranstalter schränken Verkauf über eBay, Viagogo, StubHub & Co. ein

Die sog. Allgemeinen Ticket Geschäftsbedingungen (ATGB) für den Verkauf von Fußball- und Konzerteintrittskarten enthalten Regelungen, die die Rückgabe von Tickets ausschließen. Wer am Tag des Events verhindert ist, kann daher seine Karte nur an Freunde oder Verwandte weitergeben oder über eine Verkaufsplattform (wie eBay, Viagogo oder StubHub) im Internet verkaufen. Die meisten Verbraucher sind sich nicht bewusst, dass viele Ticketbedingungen diesen Weiterverkauf erheblich einschränken. So ist es beispielsweise in den Ticket AGB von Borussia Dortmund untersagt, bei öffentlichen Auktionen (wie bspw. eBay) oder bei nicht vom BVB autorisierten Verkaufsstellen (wie bspw. Viagogo, StubHub, etc.) an Dritte zu verkaufen. Ebenso ist es verboten, mehr als 115 % des Ticketpreises zu verlangen. Die Veranstalter möchten mit diesen Klauseln einen Schwarzmarkthandel ausschließen.

Bei Verstoß droht eine Vertragsstrafe von bis zu 2.500 EURO

Durch diese Klausel ist es einem Normalverbraucher praktisch nicht möglich, die Eintrittskarten öffentlich zu veräußern. Findet der Verbraucher keinen Abnehmer im Bekanntenkreis, bleibt er auf den Kosten für die Karte sitzen. Setzt sich der Käufer der Karte über das Verbot in den ATGB hinweg, riskiert er nicht nur eine kostenpflichtige Abmahnung, sondern auch den Anfall einer Vertragsstrafe von bis zu 2.500,- EURO. Darüber hinaus sehen die Ticket AGB einen Anspruch des Veranstalters auf Herausgabe des Mehrerlöses vor (sog. Abschöpfungsanspruch).

Was tun bei Ticket-Abmahnung

Wenn Sie eine Ticket-Abmahnung erhalten haben, sollten Sie nicht vorschnell reagieren. Weder die sofortige Abgabe der sog. Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung, noch die bereitwillige Zahlung der geltend gemachten Ansprüche ist ratsam. Die Rechtsgrundlage, auf der die Abmahnungen basiert, ist nicht eindeutig geklärt. Bei den ATGB handelt es sich um AGBs die einer gerichtlichen Inhaltskontrolle standhalten müssen. Dies bedeutet, dass die AGB gerichtlich überprüfbar sind. AGB sind unzulässig, wenn der andere Vertragsteil (hier der Verbraucher) unangemessen benachteiligt wird. Die ATGB und die Abmahnung sollten daher vor einer Handlung auf ihre Wirksamkeit anwaltlich überprüft werden. Keinesfalls sollten Sie das Schreiben ignorieren. Bleiben Sie untätig, besteht die Gefahr, dass die Abmahnkanzlei Sie nicht nur auf Zahlung von Schadensersatz und Ausgleich der Rechtsanwaltskosten, sondern auch auf Unterlassen verklagt. Eine Unterlassungsklage ist mit erheblichen Mehrkosten verbunden. 

ATGB rechtlich zweifelhaft

Die Rechtmäßigkeit der massiven Einschränkungen der Veräußerungsmöglichkeiten ist rechtlich nicht unumstritten. Ein Verbot der Weiterveräußerung auf eBay oder ähnlichen allgemeingebräuchlichen Verkaufsplattformen ist in rechtlicher Hinsicht einem Abtretungsverbot gleichzusetzen. Ein solches Abtretungsverbot ist in AGBs nur dann zulässig, wenn ein berechtigtes Interesse an dem Verbot besteht. Das Interesse des Veranstalters an dem Verbot muss dem Interesse des Verbrauchers an der Weiterveräußerung dabei deutlich überwiegen.

Vereine führen Sicherheitsaspekte und Schwarzmarktbekämpfung ins Feld

Ob dies der Fall ist, ist zweifelhaft. Zwar benennen die Verein in ihren Abmahnungen vermeintlich plausible Argumente, jedoch können diese bei genauem Hinsehen nicht überzeugen. So stützen die Anwälte der Veranstalter ihren Rechtfertigungsgrund für das Veräußerungsverbot im Wesentlichen darauf, rivalisierende Fans zu trennen, Gewalttäter von dem Besuch der Sportveranstaltung abzuhalten, Stadionverbote durchzusetzen und für eine soziale Preisstruktur zu sorgen. Dabei wird jedoch übersehen, dass auch die Vereine ihre Tickets anonym, d.h. ohne Personalisierung verkaufen und es gestatten, dass diese Karten im privaten Bereich weitergeben werden dürfen. Damit ist es für rivalisierende Fans, Gewalttäter oder mit Stadionverboten versehene Personen mit und ohne Veräußerungsbeschränkung ein Leichtes, sich Eintrittskarten zu besorgen und sich Zugang zum Event zu verschaffen. 

Verbraucher stark benachteiligt

Darüber hinaus sind die Ticketkäufer durch die fehlende Rückgabemöglichkeit einerseits und die weitreichende Veräußerungsbeschränkung nach unserer Ansicht auch unangemessen benachteiligt. Auch das Landgericht Hamburg sah diesen Aspekt in seinem Urteil vom 05.03.2010 (Az.: 406 O 159/09) kritisch. 

Anwaltskosten überhöht

Neben der zweifelhaften Rechtsgrundlage der Abmahnung sind auch die von den Abmahnkanzleien aufgerufenen Anwaltskosten überhöht. Streitwerte bis 50.000 EUR sind in Fällen dieser Art nach unserem Dafürhalten gänzlich unangemessen. Auch ein Streitwert von 12.500 EUR, wie ihn die Kanzlei Becker Haumann Mankel Gursky aus Dortmund aufruft, halten wir für überhöht. Daher sollten auch die geforderten Anwaltskosten nicht bedingungslos gezahlt werden.

Frist notfalls verlängern

Wenn Sie innerhalb der von der Abmahnkanzlei gesetzten Frist keinen Termin beim Anwalt bekommen können, besteht die Möglichkeit bei der Abmahnkanzlei um eine Fristverlängerung zu bitten. In den meisten Fällen wird diese Fristverlängerung gewährt.

Ihr Ansprechpartner im Verbraucherschutz

Lutz Stader

Rechtsanwalt & Mediator / Honoraranwalt der Verbraucherzentrale NRW
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