0221 1680 650 0221 1680 6599 kanzlei@stader-law.de

Fluggastrechte durchsetzen

Ihr Flug hatte Verspätung, wurde umgebucht oder ist ganz ausgefallen? Im Rahmen unserer kostenlosen Erstberatung überprüfen wir welche Ansprüche Ihnen gegen die Fluggesellschaft zustehen.

Flugstörung
Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden, um die Benutzerfreundlichkeit unserer Website zu verbessern. Weiterlesen …
Reiserecht - Fluggastrechte

Rechte von Fluggästen

Rechtsgrundlage: Fluggastraechteverordnung

Flugpassagiere aus der Europäischen Union genießen umfangreiche Rechte auf der Grundlage der EU-Verordnung 261/2004. Als Verordnung der Europäischen Union hat die Fluggastverordnung unmittelbare Wirkung auf die Rechtslage in den Mitgliedstaaten. Dies bedeutet, dass sich die Fluggastrechte direkt aus der Verordnung selbst ergeben und nicht aus nationalen Gesetzen wie dem BGB (Bürgerliches Gesetzbuch). Die Fluggastverordnung sieht Regelungen für Leistungen vor, die Fluggesellschaften im Fall von Flugverspätungen, Flugausfällen oder Umbuchungen zu erbringen haben. Hierzu zählen zunächst Versorgungsleistungen, wie gratis Getränke, Speisen oder Unterbringungen. Die wohl wichtigsten Regelungen finden sich jedoch in den pauschalen Entschädigungsansprüchen von Passagieren gegenüber Fluggesellschaften.

 

Anwendungsbereich

Die Fluggastrechteverordnung findet bei sämtlichen Flügen Anwendung, die ihren Abflugsort in einem EU Mitgliedstaat haben. Dies gilt auch dann, wenn die Airline ihren Sitz außerhalb der EU hat. Für Flüge in die EU greift die Fluggastverordnung nur, wenn die Airline ihren Sitz in einem EU-Mitgliedstaat hat.

Anspruchshindernisse

Außergewöhnliche Umsände

Die Ansprüche auf Entschädigung sind ausgeschlossen, wenn die Verspätung oder Nichtbeförderung auf einem außergewöhnlichen Umstand beruht. Dies sind Situationen, in denen die Airline für das Beförderungshindernis nicht verantwortlich ist.

Ein außergewöhnlicher Umstand liegt nach der Rechtsprechung vor bei:

  • Streiks
  • Aschewolke
  • Radarausfall etc.

Technische Defekte

Kein außergewöhnlicher Umstand liegt dagegen vor bei technischen Defekten. 

Nach Ansicht des BGH sind technische Defekte, die beim Betrieb eines Flugzeugs gelegentlich auftreten können, für sich gesehen keine außergewöhnlichen Umstände, die das Luftfahrtunternehmen von der Verpflichtung befreien können, bei einer aufgrund des Defekts erforderlichen Annullierung des Flugs die nach Art. 7 der Verordnung (EG) Nr. 261/2004 vorgesehene Ausgleichszahlung zu leisten. Dies gilt auch dann, wenn das Luftfahrtunternehmen alle vorgeschriebenen oder sonst bei Beachtung der erforderlichen Sorgfalt gebotenen Wartungsarbeiten frist- und ordnungsgemäß ausgeführt hat.

vgl.: BGH, Az.: Xa ZR 76/07

Kein Geld verschenken - Was gegen FlightRight & Co. spricht

"Flugpassagiere können in Fällen von Flugverspätungen, Umbuchungen oder Flugausfällen pauschale Entschädigungen von bis zu € 600,- verlangen. Betroffene Passagiere sollten dieses Geld nicht einfach liegen lassen da die Rechtslage sehr eindeutig ist und die Prozessrisiken nur gering. Aus diesem Grund sollten Verbraucher es sich auch gut überlegen, ob sie ihre Ansprüche durch Unternehmen durchsetzen lassen, die hierfür ein Erfolgshonorar vereinbaren. Zwar ist das Risiko bei einem Erfolgshonorar ausgeschlossen, dafür verlieren Sie durch das Honorar bis zu 30 % Ihrer Ansprüche. Bei einer erfolgreichen Vertretung durch einen Rechtsanwalt erhalten Sie dagegen den vollen Entschädigungsbetrag. Die Kosten des Verfahrens, auch Ihre Kosten, muss die Airline tragen."

David Stader
Rechtsanwalt - Honoraranwalt der Verbraucherzentrale NRW -

Voraussetzungen des Entschädigungsanspruchs

Verspätung

Entschädigungsansprüche bestehen bei einer Flugverspätung von mindestens 3 Stunden.

Flugausfall

Ein Entschädigungsanspruch besteht, wenn der Flug ganz ausfällt und die Passagiere hierüber nicht mind. 2 Wochen vor dem geplanten Flugdatum über die Annullierung informiert wurden.

Umbuchung / Nichtbeförderung

Ein Entschädigungsanspruch besteht auch dann, wenn der Fluggast von der Airline auf einen anderen Flieger (bspw. wegen Überbuchung) umgebucht wird. Anders als bei der Annullierung findet der Flug zwar statt, jedoch ohne den betroffenen Passagier. Erforderlich ist jedoch, dass sich der Passagier mit seinen vollständigen Reiseunterlagen vollständig rechtzeitig am Check-in einfand und die Nichtbeförderung nicht auf Sicherheits- oder Gesundheitsrisiken zurückzuführen sind, die in der Person des Reisenden liegen.

Anschlussflüge

Die Entschädigungsansprüche bestehen auch bei Verspätung, Ausfall oder Nichtbeförderung eines Anschlussfluges. Dies gilt auch dann, wenn die Nichtbeförderung des Anschlussfluges durch die Verspätung des ersten Fluges verursacht wurde (EuGH C-321/11).

Rückruf vereinbaren

Sie haben eine Frage zu diesem Thema? Unsere Rechtsanwälte rufen Sie zurück. Kostenlos und unverbindlich.

David Stader

Rechtsanwalt
0221 1680 650

Anspruchshöhe

Pauschale Entschädigungsansprüche

Ist die Fluggesellschaft verantwortlich für den Flugausfall, die Flugverspätung oder die Umbuchung, bestehen pauschale Entschädigungsansprüche von 250 bis 600 Euro. Die jeweilige Höhe ist abhängig von der Distanz zwischen Abflug- und Zielort.

Berechnung der Entfernung

Die Berechnung der Entfernung zwischen zwei Flughäfen erfolgt nach der sogenannten Großkreisentfernung. Die genaue Entfernung nach Großkreisen kann [hier] berechnet werden.

Pauschalen

 Je nach Entfernung besteht ein Anspruch auf die folgenden Pauschalentschädigungen: 

  • Bei 1.500 km oder weniger: 250€ / Person
  • Bei 2.500 km bis 3.500 km: 400€ / Person
  • Bei Distanzen darüber hinaus: 600€ / Person

Erforderlichkeit anwaltlicher Vertretung

Fluggesellschaften versuchen oft die Passagiere mit Standardschreiben und Gutscheinangeboten abzuwimmeln. Oft antworten Fluggesellschaften nur sehr spät oder gar nicht. Kommt man selbst gegen die Airline nicht an, empfiehlt es sich einen Rechtsanwalt mit der Durchsetzung der Ansprüche zu beauftragen.

Berechnung der Anwaltskosten

Die Anwaltskosten für eine außergerichtliche Vertretung ggü. der Fluggesellschaft richten sich grds. nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz(RVG). Die Kosten nach dem RVG richten sich nach der Höhe des Streitwertes und nach der Anzahl der vertretenen Personen. Der Streitwert bemisst sich nach der Höhe der Entschädigungsansprüche gegen die Airline.

Ein Prozesskostenrechner wird auf der Webseite des Deutschen Anwaltverein kostenlos bereit gehalten.

Nachteile eines Erfolgshonorars

Im Fluggastrecht sind Anbieter am Markt, die die Geltendmachung der Fluggastrechte auf der Grundlage eines Erfolgshonorars anbieten. Hierbei trägt der Anbieter das Kostenrisiko für die Rechtsvertretung. Der Verbraucher muss zunächst keine eigene Kosten aufwenden um sein Recht durchzusetzen. Leistet die Fluggesellschaft die Entschädigung, fällt eine Gebühr i.H.v 25 % der Entschädigungssumme als Erfolgshonorar an. Bei einer Entschädigung von € 400 macht dies einen Betrag von € 119 aus. Von den € 400 bleiben so nur noch € 281 übrig.

Hier wird der große Nachteil von Erfolgshonoraren deutlich. Zum einen ist dieses Honorar deutlich höher als das Anwaltshonorar nach dem RVG, zum anderen wird dieses Honorar von der Fluggesellschaft - anders als die Rechtsanwaltsgebühren nach dem RVG - nicht erstattet. Da im Fluggastrecht aufgrund der eindeutigen Rechtslage eine hohe Erfolgsquote besteht, steht der Verbraucher oft besser, wenn er seine Ansprüche auf eigenes Risiko durch einen Anwalt geltend macht, da er die volle Entschädigung erhält und seine eigenen Anwaltskosten von der Fluggesellschaft erstattet werden.

VIDEO | 8 Fragen - 8 Antworten

© Stader Rechtsanwälte GbR. Alle Rechte vorbehalten.

Kostenloses Infomaterial

Unsere Kanzlei stellt Rechtssuchenden laufend hochwertige Informationsmaterialien und Broschüren kostenlos zur Verfügung. Gerne senden wir auch Ihnen unsere Informationsbroschüren zu aktuellen Themen kostenlos per Post zu.