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Solinger Anwalt berät Opfer der Bankenpleite

Remscheid/Bergisches Land. "Es geht zum Teil um Beträge bis zu 300 000€", zieht der Solinger Rechtsanwalt Lutz Stader eine erste Zwischenbilanz von Schäden, die infolge des Zusammenbruchs der US-Investmentbank Lehman auch in unserer Region entstanden sind

Lutz Stader ist als Anwalt im Rahmen der Verbraucherberatungsstellen Remscheid, Bergheim und Euskirchen tätig. Zum Teil hätten ganze Familien ihr Geld in Zertifikaten der Lehman-Bank angelegt - wobei die in seinem Einsatzbereich größte Schadenssumme von 300 000 Euro nicht in Remscheid zu verzeichnen gewesen sei. 2000 Euro seien aber natürlich für Menschen, die sonst nicht viel haben, auch eine erhebliche Summe. Damit fange es an.

 Andere hätten über 100 000 Euro, die für einen späteren Hauskauf bestimmt waren, auf Anraten eines "Bank-Verkäufers", wie Lutz Stader es definiert, in Lehman-Zertifikaten "geparkt". Das Geld ist erst einmal weg. Der Knackpunkt bei all den Fällen ist: Wurden die Lehman-Opfer von den "Experten" der jeweiligen Geldinstitute vor Ort falsch beraten? Wer als Kunde vorher in seinem Kundenprofil klar gemacht habe, dass er risikolos und absolut sicher Geld anlegen wolle, hätte nach Ansicht von Stader keine Lehman-Zertifikate angeboten bekommen dürfen.

Im Gegensatz zu einer Spareinlage sind diese Zertifikate nämlich Schuldverschreibungen, bei denen auch ein Pleite-Risiko des Herausgebers zu bedenken ist. Im Bereich der mitteldeutschen Sparkassen beispielsweise habe man intern schon ab März vor Lehman gewarnt, hat Stader gehört. Im Sommer habe es auch schon Medienberichte über Probleme bei Lehman gegeben. Da sei eine Falschberatung leichter nachzuweisen - und damit Schadenersatz möglich.

 "Gut ist, wenn man für die jeweilige Beratung Zeugen hat", sagt Stader. Wenn die Familie, die selbst nichts kauft, dabei sitzt, habe man ja schon Zeugen, wenn es zum Prozess kommt. "In jedem Fall ist der volkswirtschaftliche Schaden, der hier entstanden ist, enorm", unterstreicht der Solinger. Er klopft derzeit seine Unterlagen nach konkreten Ansatzpunkten für mögliche Prozesse ab.

- Am Donnerstag, 8. Januar, ist Stader von 15 bis 18 Uhr wieder in der Remscheider Beratungsstelle - und (gegen Honorar) zuständig auch für andere Anlageprobleme. Anmeldung unter 02191/29 34 11 ist erforderlich.

Quelle: Remscheider Generalanzeiger vom 24.12.2008

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