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Autokauf - Rechte des Käufers im Abgasskandal

Auswege aus der Dieselkrise

Betroffene Kunden vom VW Abgasskandal haben umfangreiche Rechte gegen die Händler und den Volkswagen-Konzern. Wir beraten und vertreten Kunden gerichtlich und außergerichtlich bei der Durchsetzung der gesetzlichen Gewährleistungsrechte.

VW Skandal | Die Rechte des Autokäufers

Die Mogelsoftware - Chronologie eines Wirtschaftsskandals

Der Volkswagen Konzern hat in verschiedenen Dieselfahrzeugen eine Software verwendet, die die Abgaswerte der Fahrzeuge derart manipuliert, dass im Prüfbetrieb geringere Emissionswerte generiert werden als im tatsächlichen Fahrbetrieb, um auf diese Weise die Abgaswerte einhalten zu können. In Deutschland sind hiervon ca. 2,4 Millionen Fahrzeuge aus dem VW Konzern betroffen.

Die Manipulation wurde von einem Forschungsinstitut der Universität West Virginia entdeckt und von der amerikanischen Umweltbehörde EPA im September 2015 veröffentlicht.

Der VW Konzern hat die Verwendung dieser Software eingestanden und Rückrufaktionen gestartet, die im Jahr 2016 weitestgehend durchgeführt wurden.

Neue Chance für Verbraucher: Widerrufsjoker

Bei finanzierten Fahrzeugen besteht auch die Möglichkeit eine Rückabwicklung durch einen Kreditwiderruf zu ermöglichen. Viele Verträge der Autobanken enthalten Fehler, die einen nachträglichen Widerruf ermöglichen. Aktuelle Urteile bestätigen diesen Befund. 

Welche Fahrzeuge sind betroffen?

Von den Manipulationen bei Abgasmessungen an Dieselwagen bei Volkswagen sind in Deutschland etwa 2,8 Millionen Fahrzeuge mit dem Diesel-Abgas EA 189 betroffen, weltweit sind sind es 11 Millionen Fahrzeuge des Gesamtkonzerns.

Ob auch Ihr Fahrzeug von der manipulierten Software betroffen ist, können Sie anhand Ihrer Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) bzw. der Fahrgestellnummer überprüfen. Diese finden Sie im Fahrzeugschein, in der Zulassungsbescheinigung 1 oder im unteren Bereich der Windschutzscheibe. Sie besteht aus 17 Buchstaben und Ziffern.

Tragen Sie die Nummer auf den unten aufgeführten Internetseiten der jeweiligen Fahrzeughersteller ein und prüfen Sie, ob Ihr Fahrzeug von einer weiteren Maßnahme betroffen ist:

Auch andere Marken betroffen

Aus dem Bericht der Untersuchungskommision des Bundesverkehrsministeriums, der unserer Kanzlei vorliegt, ergibt sich, dass auch andere Marken und Hersteller wie Porsche, BMW, Mercedes oder Jaguar betroffen sind. 

Wertminderung zu befürchten

Auch wenn die Fahrzeuge mittlerweile durch ein Software- Update nachgebessert wurden, bedeutet dies nicht, dass sie sich nun im mangelfreien Zustand befinden. Bei vielen Kunden zeigte sich nach dem Software-Update ein erheblicher Mehrverbrauch.

Darüber hinaus besteht das Risiko, dass sich die anhaltende negative Presseberichterstattung und die laufenden Prozesse zu den betroffenen Fahrzeugen nachteilig auf den Wiederverkaufswert auswirken. Das Landgericht Kempten schätzt den Wertverlust mit 10 % des Kaufpreises (Urt. v. 23.03.2017, 13 O 808/16). Es droht somit ein wirtschaftlicher Schaden, wenn betroffene Kunden ihr Fahrzeug in der Zukunft wieder veräußern möchten.

Fahrverbote drohen

Aufgrund der aktuellen Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts drohen nun auch Fahrverbote in deutschen Städten. Dieses Drohszenario wirkt sich weiter massiv wertmindernd auf betroffene Dieselfahrzeuge aus.

Rechte des Kunden

Betroffene Kunden können grundsätzlich Ansprüche gegen den Händler oder den Konzern geltend machen. Die Ansprüche gegen den Händler folgen aus dem gesetzlichen Gewährleistungsrecht aufgrund des durch die Software entstandenen Mangels. Die Ansprüche gegen den Konzern fußen auf dem Vorwurf der arglistigen Täuschung.

Schadensersatz gegen die Volkswagen AG

Obwohl mit dem Ablauf des Jahres 2017 einige Ansprüche gegen Händler verjährt sind, heißt dies nicht, dass VW Kunden ohne Rechte dastehen. Noch bis zum Schluss des Jahres 2018 können Ansprüche gegen den Volkswagen-Konzern auf Schadensersatz geltend gemacht werden. Diese Ansprüche unterliegen der Regelverjährung von drei Jahren, beginnend am Schluss des Jahres, indem der Abgasskandal bekannt wurde (September 2015).

Einige Gerichte haben Schadensersatzklagen von VW-Kunden bereits stattgegeben.

Berechnung des Rückzahlungsanspruchs

Bei einer erfolgreichen Schadensersatzklage wirksam, muss der VW-Konzern den Pkw zurücknehmen und den Kaufpreis erstatten. Wurde das Fahrzeug durch einen Kredit finanziert, müssen die geleisteten Raten erstattet werden.

Von dem Erstattungsbetrag ist nach Ansicht der überwiegenden Gerichte jedoch ein Nutzungsersatz für die gefahrenen Kilometer abzuziehen. Der Nutzungsersatz errechnet sich bei Neuwagen aus der Multiplikation des Bruttokaufpreises mit den gefahrenen Kilometern geteilt durch die zu erwartende Laufleistung.

Wie hoch diese Nutzungen in Ihrem Fall sind, hängt u.a. von der zu erwartenden Laufleistung ab. Dabei geht man von folgender Erwartung aus:

  • Kleinwagen und untere Mittelklasse: 150.000 km - 200.000 km
  • Fahrzeuge der gehobenen Mittelklasse: 250.000 km
  • Fahrzeuge der Oberklasse: 300.000 km

Nutzungsentschädigung: Neuwagen

Nutzungsentschädigung: Gebrauchtwagen

Ihr Ansprechpartner im Verbraucherschutz

Lutz Stader

Rechtsanwalt & Mediator / Honoraranwalt der Verbraucherzentrale NRW
0221 1680 650

Widerrufsjoker im Abgasskandal

Bei kreditfinanzierten Fahrzeugen kann eine Rückabwicklung ggf. auch durch einen Widerruf der Autofinanzierung herbeigeführt werden. Die ersten Gerichtsurteile zu Kreditverträgen der VW Bank sind kürzlich ergangen. Mit dem Widerrufsjoker können Verbraucher das Wertverlustrisiko ihres Skandalautos auch dann noch auf Volkswagen übertragen, wenn die Gewährleistungsansprüche bereits verjährt sind.

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