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Kein Schmerzensgeld: Eigentümer eines Waldgrundstücks haftet nicht für Sturz einer Waldbesucherin

Das LG München I wies am 24.02.2021 (18 O 11896/20) die auf Schadensersatz und Schmerzensgeld gerichtete Klage einer Waldbesucherin gegen den Eigentümer des Waldgrundstücks ab. Den Beklagten trifft keine Verletzung seiner Verkehrssicherungspflicht.

Sachverhalt

Bei einem Waldspaziergang im Münchener Umkreis blieb die Klägerin in einem von Blättern bedeckten Drahtgeflecht (vermutlich Überreste eines ehemaligen Wildverbisszauns) hängen und stürzte, was eine komplizierte Fraktur des Sprunggelenks zur Folge hatte. Daraufhin nahm sie den Eigentümer des Waldgrundstücks wegen der Verletzung von Verkehrssicherungspflichten auf Schadensersatz und Schmerzensgeld i.H.v. 40.000 € in Anspruch.

Entscheidung des Gerichts

Das LG München I wies die Klage ab. Zwar ist der Anwendungsbereich für Schadensersatz aus der Verletzung einer Verkehrssicherungspflicht eröffnet, da das Drahtgeflecht auf dem Beklagtengrundstück eine unerkennbare Gefahrenlage für Dritte darstellte, allerdings ist die Haftung des Beklagten einzuschränken. Aus § 14 I BWaldG i.V.m. Art. 13 I BayWaldG ergibt sich, dass es jedermann gestattet ist einen Wald – ohne Zustimmung des Eigentümers – zu Erholungszwecken zu betreten. Dies würde bedeuten, dass der Grundstückseigentümer gegenüber jedem Benutzer uneingeschränkt verkehrssicherungs- und einstandspflichtig wäre. Ein solch grenzenloser Haftungsumfang wäre unzumutbar.

Mit Stolperfallen im Wald ist zu rechnen

Vielmehr stellte das Landgericht fest, dass die Benutzung des Waldes auf eigene Gefahr erfolgt, insbesondere, wenn sich eine waldtypische Gefahr verwirklicht. Darunter fallen beispielsweise Stolperfallen durch Wurzeln, Äste oder Gruben. Mit diesen habe man jederzeit zu rechnen. Selbst bei der Annahme, dass das Drahtgeflecht eine atypische Gefahr darstellt, scheidet hier eine Haftung des Beklagten aus, wenn sich das darin verwirklichte Risiko nach Art und Umfang nicht wesentlich von denjenigen Gefahren unterscheide, mit denen ein Waldbesucher typischerweise rechnen muss. Nach Auffassung des Gerichts unterscheidet sich das vorliegende Hindernis nicht erheblich von anderen waldtypischen Hindernissen. Offenbleiben konnte demnach die Herkunft und der ursprüngliche Verwendungszweck des Drahtgeflechts. Den Benutzer eines Waldes trifft mithin stets die Pflicht sich mit Bedacht fortzubewegen.

Praktische Bedeutung der Entscheidung

Aus dem (noch nicht rechtskräftigen) Urteil des LG München I folgt, dass der Grundstückseigentümer eines Waldes nur für Schäden aus atypischen Gefahren haften muss. Verwirklicht sich jedoch die waldtypische Gefahr, so willigt der Geschädigte bei Benutzung/Betretung des Waldes in diese ein.

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